Junge Führungskräfte

Junge Führungskräfte sind oftmals auch neu als Führungskraft und müssen die neuen Herausforderungen meistern. Weniger operative Arbeit, dafür mehr Steuerungs- und Controllingarbeit. Junge Führungskräfte sollten daher insbesondere die ersten 100 Tage als Führungskraft gut vorbereitet angehen.

Herausforderungen für junge Führungskräfte

Problematisch bei jungen Führungskräften ist häufig die Akzeptanz bei älteren Mitarbeitern. Daher ist es auch leicht nachzuvollziehen, dass junge Führungskräfte weniger an fachlichen Fragestellungen, sondern eher an zwischenmenschlichen Problemen scheitern. Dabei sind ältere Mitarbeiter gerade für junge Führungskräfte besonders wertvoll, weil sie über die Jahre wertvolles Know-how gesammelt haben.

Der Generationenkonflikt ist trotzdem schon vorprogrammiert, wenn junge Führungskräfte Abteilungen mit älteren Mitarbeitern übernehmen. Beispielsweise kommunizieren junge Führungskräfte häufig per e-mail, während dessen ältere Mitarbeiter das persönliche Gespräch bevorzugen.

Wenn junge Führungskräfte mit Übereifer und Aktionismus versuchen ältere Mitarbeiter und eingefahrene Prozesse zu ändern, dann steht der Bürokrieg schon vor der Tür. Besser ist es daher für junge Führungskräfte die Phasen der ersten 100 Tage als Führungskraft zu beachten und zunächst einmal eine Bestandsaufnahme durchzuführen.

Ein weiteres Problem für junge Führungskräfte ist es, dass altgediente Mitarbeiter häufig auf Grund Ihrer langjährigen Arbeit ein großes Fachwissen angesammelt haben. Die älteren Semester gehen dabei immer noch davon aus, dass derjenige mit dem größten Fachwissen eine Abteilung führen sollte. Dies mag früher so gewesen sein, jedoch haben sich die Anforderungen an neue Führungskräfte in letzter Zeit geändert. Somit fühlen sich die älteren Mitarbeiter bei der Auswahl der zukünftigen Führungskraft übergangen und sind gegenüber der neuen jungen Führungskraft zunächst mal eher skeptisch.

Lösungsansätze für junge Führungskräfte

Eine Lösung für junge Führungskräfte ist es viele Einzel- und Gruppengespräche insbesondere mit den älteren Mitarbeitern zu führen. Versuchen Sie insbesondere die älteren Semester auf Ihre Seite zu ziehen, aber zeigen sie Ihnen auch klare Grenzen und Rahmenbedingungen für Ihre Führungsarbeit – vermeiden Sie aber als junge Führungskraft arrogant oder zu selbstbewusst aufzutreten.

Respektieren Sie in den Einzelgesprächen den großen Erfahrungsschatz der älteren Mitarbeiter und überzeugen Sie sie, dass eine erfolgreiche Abteilung ohne sie nicht möglich ist. Versuchen Sie Ihre Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass Sie gerade am Anfang Zeit benötigen, um alle Mitarbeiter und die Prozesse kennen zu lernen. Versichern Sie Ihnen, dass Sie keine vorschnellen Änderungen vornehmen werden – ungeduldiger Aktionismus ist eindeutig fehl am Platz.

7 Tipps für junge Führungskräfte

  1. Führen Sie Einzel- und Gruppengespräche und nehmen Sie die älteren Mitarbeiter direkt am Anfang mit ins Boot
  2. Entwickeln Sie Ihren eignen Führungsstil und versuchen Sie nicht Vorgänge oder Kollegen zu kopieren.
  3. Erledigen Sie nur fachlichen Aufgaben, wenn es unbedingt notwendig ist – am besten sollten Fachaufgaben nur 25% Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Die restlichen 75% teilen Sie auf Steuerungs- und Führungsaufgaben auf.
  4. Setzen Sie klare Grenzen und Rahmenbedingungen für Ihre Führungsarbeit, seien Sie offen und ehrlich mit Ihren Mitarbeitern
  5. Versuche Sie nicht arrogant oder zu selbstbewusst rüberzukommen
  6. Befolgen Sie den Leitfaden für die ersten 100 Tage als Führungskraft
  7. Entscheiden Sie, wenn es etwas zu entscheiden gibt